Chatbot Summit 2017

30. Juni 2017

CHATBOT SUMMIT 2017 Insights & Potentials

aus dem Blickwinkel einer auf digitale Point-of-Sales spezialisierten Marketing Agentur

Es war eine bunt gewürfelte Menschenmenge, die am Montag, 26. Juni im Estrel Hotel in Berlin zur Chatbot Summit 2017 zusammentraf: Entwickler, StartUps, Agenturen, Telekommunikationsfirmen, Technikfreaks… und eben auch wir.

Erkenntnisse.

Was uns verband war die Neugier auf die Vielfalt der bereits eingesetzten Bots in Unternehmen und vor allem interessierte uns alle eins: wo geht die Reise hin? Um es gleich vorwegzunehmen – auch nach der Chatbot Summit ist die Suche nach dem heiligen Gral noch lange nicht beendet. Als Zuhörer der Keynote Speakers auf der Hauptbühne waren für uns neben den spannenden Einsatzmöglichkeiten von Chatbots, auch ethisch und sozial motivierte Fragestellungen, die den Einsatz von Chatbots begleiten, sehr spannend.

Man pflanze einem Bot die Seele eines Menschen ein und mache ihn unsterblich – Fiktion oder bald Realität? Ganz sicher wird es bald möglich sein, eine Bot-Version mit personalisiertem Algorithmus von sich selbst zu erschaffen. Es mag keinen Steve Jobs Bot geben, aber ein Zwiegespräch mit dem eigenen verstorbenen Großvater liegt zukünftig durchaus im Bereich des Möglichen.

Einsatzgebiete.

Die Einsatzmöglichkeiten von Bots sind zweifelsohne vielfältig - einig war man sich jedoch vor allem darin, dass es nicht ausreicht, wenn Chatbots die gleichen Funktionen wie mobile Apps haben. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, eigene Use Cases zu finden und nicht seine Apps in Chatbots umzuwandeln. Peter Buchroithner von Swell bezeichnet Chatbots daher als sinnvolle Ergänzung zu Apps und nicht als neue Apps.

Neben den allseits bekannten Beispielen für den Einsatz von Chatsbots wie Alexa, Cortana und Siri überzeugten uns vor allem kleinere StartUps von ihren Ideen. Da waren z.B. favizone, die einen Chatbot als persönlichen Verkaufsberater entwickelt haben, der sich die Vorlieben der Nutzer wie ein guter Freund merkt und aktiv auf ihn zugeschnittene Produkte vorschlägt.

Ebenfalls innovativ und das auf einem ganz anderen Gebiet ist DocYet, mit dessen Hilfe die internationale Arztsuche erleichtert wird und sogar erste Ferndiagnosen möglich sind. Vor allem im Notfall kann dieser Chatbot von großem Nutzen sein.  

Wer sich selbst besser organisieren möchte und gleichzeitig seine Produktivität im Job erhöhen möchte, findet in Ophi den perfekten Assistenten – intelligentes Zeitmanagement über aktive Empfehlungen und persönliche Optimierungsvorschläge sorgen dafür, dass Zeitverschwendung der Vergangenheit angehört – das müssen wir unbedingt auch mal ausprobieren!

Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Chatbots ist im Wesentlichen eine Konzipierung, die auf eine langfristige Nutzung ausgelegt ist. Denn nur dann können sie lernen und sich optimieren – der eigentliche USP von Chatbots.

Potentiale.

Aktuell liegt das größte Potential von Chatbots im Bereich des automatisierten, aber intelligenten Kundenservices, was Keynote Speakers vor Ort von der Deutschen Telekom, Zalando und Deutschen Post auch bestätigten. Die Deutsche Telekom experimentiert im Bereich Kundenservice bereits seit 2 Jahren mit Bots und haben die Vision, sämtliche Dialoge zukünftig über Bots laufen zu lassen – in Zahlen heißt das konkret, dass sich das Verhältnis von 6 Mio. eingehender Anrufe zu 1 Mio. Chats über Bots pro Jahr langfristig mindestens umkehren soll.

Fazit.

Wir halten die von Gartner prognostizierten 85% an der „human-to-business-Kommunkation“ über Bots bis zum Jahr 2020 für realistisch. Auch wenn der Weg bis dahin noch über Umwege führen wird und der ein oder andere Stein erst noch ins Rollen gebracht werden muss – wir sind in jedem Fall dabei!